DIE ZUNFT

Unser Narrenruf heißt:

Schnick-Schnack
Schneck-Schneck 

Den Auftakt zur Fasnachtssaison bildet die Mitgliederversammlung der Narrenzunft Burkheimer Schnecke e.V. am 11. November des Jahres. Hier wird das Motto für die kommenden Fasnachtstage festgelegt. 

Ab diesem Zeitpunkt ,,brodelt“ es in den Köpfen der Aktiven, die sich immer wieder neue Ideen und Gags für den Zunftabend einfallen lassen. In vielen Proben und Sitzungen trägt man dann die einzelnen Vorschläge zusammen, um ein abwechslungs-reiches Programm bieten zu können. 

Doch schon vor dem traditionellen Zunftabend besuchen die Aktiven auf Einladung auch andere Zunftabende und wirken mit dem Häskostüm an Umzügen mit, damit wird ,,Appetit“ auf die eigentliche Fasnacht geholt. 

Am ,,schmutzige Dunschdig“ geht’s dann morgens los. Einige Hästräger gehen nach ,,Vogtsburg-City“ (Oberrotweil) um das Rathaus zu stürmen. Hier treffen sie auch Abordnungen aus anderen ,,Narrennestern“ Vogtsburgs. Das Krottenbach KAOS (Guggenmusik) macht die musikalische Einleitung. Danach sorgen die verschiedenen Gruppen mit witzigen Einlagen für gute Stimmung, nicht zu vergessen ist die Stärkung für Hunger und Durst. 

Eine weitere Abordnung ,,Burgemer Schnecken“ fällt den Narrenbaum im Wald. Mit Musik und feucht fröhlichen Zutaten wird er ins Mittelstädtle gefahren. Unter dem Beisein der Schul-und Kindergartenkinder wird er dann würdevoll aufgestellt. Eine Stärkung für die Kinder darf hierbei nicht fehlen.  

Pünktlich um 19:15 Uhr beginnt dann der ,,Schlossgeister-umzug“. Voraus die Stadtkapelle Burkheim, gekleidet mit Nachthemd und Schlafmütze, spielen sie den Narrenmarsch. Große und kleine Schlossgeister hüpfen jaulend hinterher. Der Umzug endet im Mittelstädtle beim Narrenbaum, wo sich bereits der Zunftrat eingefunden hat. Unter großem Spektakel wird dann der Urnarr aus dem historischen Brunnen erweckt. Dieser verkündet die Fasnacht und entmachtet den Ortsvorsteher. Der Zunftmeister glossiert über die tollen und nicht so tollen Begebenheiten des vergangenen Jahres.

Die Schlossgeisterkinder können zwischenzeitlich eine Stärkung gratis zu sich nehmen.

Da es seit 1998 eine weitere Fasnachtsgruppe, nämlich die ,,Burgemer Rhinwaldhexen“ gibt, tragen diese mit ihrem Hexensabbat zum gelungenen Auftakt bei.

Im Anschluss an das Treiben im Städtle, gesellt man sich in Gruppen in die Burkheimer Gasthöfe. Es ist schon seit einigen Jahren eine schöne Geste, dass im Gasthof Kreuz-Post eine Mehlsuppe für junge und alte Narren ,,gratis“ serviert wird. Dieses Angebot wird gerne angenommen, denn die Narren haben damit eine ,,Grundlage“ und können sodann wieder genug ,,flüssige Nahrung“ zu sich nehmen.

Für die Jüngeren findet im Foyer der Schwendihalle ein Disco-Abend, veranstaltet von den Burkheimer Rekruten, statt. Somit wird für alle Altersstufen die ,,passende Fasnachtsmusik“ geboten. 

Der Freitag steht ganz im Zeichen des Verschnaufens oder der Vorbereitung für den Samstag.  

Am Fasnachtssamstag findet das Vogtsburger Narrentreffen statt. Das Treffen ist jedes Jahr in einem anderen Stadtteil Vogtsburgs. Seit neuester Zeit wirken auch die evangelischen Stadtteile mit und bekennen sich zum Fasnachtsbrauchtum. Zur Überraschung Aller haben sie sich auch ein originelles Kostüm ausgedacht.  

Im Jahre 2002 fand das Treffen in Burkheim statt. Es war ein Riesenspektakel und sehr lustig für Zuschauer und Mitwirkende. So närrisch eingestimmt geht man dann dem großen Zunftabend entgegen. Mit Herzklopfen und Lampenfieber stehen die Aktiven zunächst hinter der Bühne und sind gespannt, ob das Einstudierte auch ankommt.

Das Publikum erwartet mit Spannung, was sich die ,,Schnecken“ wieder haben einfallen lassen. Flotte Tänze, witzige Sketche, gute Büttenreden wechseln sich ab. Wenn nach etwa vier Stunden die Mitwirkenden zum Finale auf der Bühne stehen, heisst es

,,Wir sind alle, alle eine Familie! Wir sind alle, alle ein Verein“.

Jetzt kann sich der Zunftmeister zurücklehnen und sagen: ,,Die Mühen haben sich wieder gelohnt.“

Bis zum Morgengrauen wird noch das Tanzbein geschwungen, denn jeder weis, am Aschermittwoch ist alles vorbei.  

Mit schwerem Kopf und müden Beinen muss am Sonntag alles aufgeräumt werden, damit die Schwendihalle zum Kinderball am Montag bereit steht.

Um 13:30 Uhr beginnt am Rosenmontag der Umzug. Angeführt von der Stadtkapelle und den Hästrägern ziehen alle Vereine mit Wagen oder als Gruppen durchs Städtle. Auch hier endet der Umzug in der Mittelstadt, wo sich die Einzelnen präsentieren d.h. eine Vorführung oder einen witzigen Vers zum Besten geben. Beim anschließenden Kinderball sorgt die ,,Jugend“ der Narrenzunft für gute Stimmung bei den Kleinen.

Für die Erwachsenen ist abends noch reges Treiben in den hiesigen Gasthöfen. 

Am Dienstag bleibt die Küche kalt, denn der Sportverein bringt leckere Nudelsuppe oder Kesselfleisch direkt vor die Haustür. Bereits am Spätnachmittag ,,juckt“ es den Narr wieder unter der Haut. Er will den Endspurt nicht verpassen. Jetzt ist Schnorren in den Privathäusern und Gaststätten angesagt. Die Narren wissen längst, wo sie klingeln oder klopfen dürfen und wo es leckeres zum Essen und Trinken gibt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Mühe sich einzelne ,,Narrenhäuser“ machen, damit es den Narren ,,gut geht“. 

Abends wird die  “Burgemer Fasnet“ beerdigt. Der Zunftrat mit ,,Anhang“ tragen den Urnarren zum Brunnen, wo er mit ,,großem Geheul“ versenkt wird.

Somit ist ,,offiziell“ die Fasnacht vorbei, was aber nicht bedeutet, dass die Narren nicht noch ein, zwei oder mehr Gläschen Rebensaft zu sich nehmen.

In dieser Nacht hört man den Zunftmeister beten: 

Alles geht einmal zu Ende
so auch unsere Narretei
und ich falte froh die Hände
Gott sei Dank, es ist vorbei.
Danke will ich Allen sagen,
die recht fröhlich mitgemacht,
die in diesen Fasnachtstagen
nicht immer nur an sich gedacht.
Es waren lustige, schöne Stunden,
die ich mit Euch Narren hab verbracht
kam ohne Schaden durch die Runden,
drum wünsch ich mir ne’ Gute Nacht.